Die Entscheidungen, Wettbewerb - Geschrieben von Jugend kulturell Team am Donnerstag, September 24, 2009 14:24 - 1 Kommentar
Broadway am Baldeneysee - Der Förderpreis zu Gast in Essen

Im beschaulichen Essener Süden, unweit des Baldeneysees, fand am Dienstag, dem 22.09., der dritte von vier Vorentscheiden zum diesjährigen Jugend kulturell Förderpreis statt. Unter den Teilnehmern waren an diesem Abend neben den drei „Heimspielern” des Essener Musical-Studiengangs an der Folkwang Hochschule Sascha Kurth, Gabriela Ryffel und Annika Firley die einzige Kandidatin, die ihre Musicalausbildung nicht in Deutschland erhielt, Julia Tiecher aus Wien, sowie der „Underdog” der diesjährigen Vorentscheide Markus Psotta aus Essen. Markus absolvierte statt Musical-Studium eine Banklehre und eignete sich die nötigen Fähigkeiten, die zu den Vorentscheiden mitgebracht werden müssen, im Selbststudium an. (An dieser Stelle seien alle kritischen Leser beruhigt, Markus ist kein Angestellter der HypoVereinsbank, sondern bei einem anderen Institut beschäftigt ;))
Die Stimmung war, passend zum herrlichen Spätsommertag, vom Eintreffen der Teilnehmer an bestens. Weder die leichte Verspätung des Tanzensembles, die den Vormittag in mehreren Staus zwischen Hamburg und Essen verbrachten, noch der während des Soundchecks ausgelöste Feuer(fehl)alarm konnte die Stimmung trüben und alle fieberten gespannt und fröhlich ihren Auftritten entgegen.

Doch bevor die 5 Kandidaten am Abend die Bühne der vollbesetzen neuen Aula betreten durften war zunächst - wie auch schon in Hamburg und München - die Zeit für den dritten Auftritt der mt3 Musical-Company gekommen, die mit einem Song aus dem Musical „Witches” und „You can’t stop the beat” aus „Hairspray” das Essener Publikum in wenigen Minuten in die richtige Musical-Stimmung brachten. Auch ihr zweiter Auftritt an diesem Abend, ein Medley aus „West Side Story” nach der Pause wurde begeistert beklatscht wie der Opener und auch ohne Wettbewerbsteilnahme dürfte das Mitwirken beim Förderpreis für die 10 Hamburger Nachwuchstalente für einen kleinen Karriereschub sorgen.
Um 19.54 Uhr war es dann soweit: Rolf Friedhofen, Mitglied des Vorstands der HypoVereinsbank, begrüßte als Gastgeber des Abends die Zuschauer und der erste der 5 Wettbewerber betrat die Bühne. Mit einem Programm aus 3 Stücken hängte Sascha Kurth die Messlatte gleich ganz nach oben.
Während Sascha schon auf der Bühne stand, wurde Backstage noch gezittert. Klavierrepetitorin Marina Komissartchik, selbst ausgestattet mit jahrelanger Bühnenerfahrung, gab auch abseits des Flügels alles, um mit einigen Anekdoten ihrer Wettbewerbserfahrungen die Nervosität der Kandidaten am Bühnenrand in Grenzen zu halten.
Julia Tiecher hieß die zweite Kandidatin des Abends und auch sie machte es der Jury nicht leicht. Sowohl „Painting her portrait” (aus “Jane Eyre”) als auch „Über den Umgang mit der Presse” fanden großen Anklang, wie die lauten „Bravo”-Rufe aus dem Publikum verkündeten.

Dann wurde es Zeit für den waschechten „Amateur” Markus Psotta, dessen Auftritt jedoch alles andere als amateurhaft daherkam. Locker, lässig und trotzdem emotional und kraftvoll zog Markus das Publikum in seinen Bann. Einzig das Posen für die Kamera in der Nähe des Logos der HypoVereinsbank brachte den Angestellten eines regionalen Finanzinstituts kurz zum schmunzeln: „Ob mein Arbeitgeber das gerne sieht?”. Wenn Markus sich tatsächlich einmal entscheiden sollte, seinen Bankjob an den Nagel zu hängen und Musical-Vollprofi zu werden hat er seit gestern einen guten Grund dazu. Er durfte sich am Ende des Abends nämlich über den begehrten Publikumspreis und zahlreiche neugewonnene Zuschauerherzen freuen.

Und das war noch längst nicht alles: Die beiden letzten Kandidatinnen Gabriela Ryffel und Annika Firley krönten den Abend sowohl mit herzergreifenden Balladen, als auch erfrischenden Tanznummern, die vor und hinter der Bühne für Entertainment und Schweiss auf der Stirn sorgten. So zeigte Gabriela eine Metamorphose von einer alten Frau mit Krückstock zur Revuetänzerin mit Federboa während Annika die Nummer „Mein Herr” mit artistischen Einlagen auf einem Stuhl begleitete.

Um 10 Minuten vor 22 Uhr war es soweit, die Entscheidung der Jury stand an und Dr. Wolfgang Jansen, selbst Dozent für Musicalgeschichte an der Folkwang-Hochschule, betrat die Bühne um die Entscheidung der Expertenrunde zu verkünden. Als dann um 8 Minuten vor 22 Uhr der Name „Sascha Kurth”, gefolgt von tosendem Applaus, durch die neue Aula tönte war klar: Auch im dritten Vorentscheid um den Jugend kulturell Förderpreis hatte sich ein männlicher Kandidat durchgesetzt und die weibliche Konkurrenz im Kampf um die Gunst der Jury hinter sich gelassen. Jury-Mitglied Dr. Wolfgang Jansen:
“Sascha beherrscht seine Stimme in erstaunlichem Maße und kann Emotionen in den Liedern mühelos gestalten. Er verfügt über enorme Bewegungsqualitäten, auch ohne Tanz”

Und obwohl auch in Essen nicht alle Kandidaten für einen Preis ausgewählt worden waren feierten auch die nicht für das Finale qualifizierten Teilnehmer gemeinsam mit Markus und Sascha ihren Erfolg. Auch David Jakobs, Gewinner des Münchener Vorentscheides, freute sich auf der Bühne mit seinem Freund und Studienkollegen Sascha auf ein Wiedersehen im großen Finale. Wie schwierig die Entscheidungsfindung sowohl im Publikum, als auch in der Jury war, bestätigte Rolf Friedhofen, Mitglied des Vorstands der HypoVereinsbank, augenzwinkernd:
„In meinem täglichen Job habe ich leichtere Entscheidungen zu treffen, als das Publikum hier.”

Nun sind drei der vier Vorentscheide absolviert und es winkt, neben etwaigen Wildcards, die nach Abschluss der Vorrunde von der Jury vergeben werden können, nur noch ein direkter Qualifikationsplatz für das Finale am 23.11. Wer es schafft sich diesen Platz zu sichern entscheidet sich am Dienstag in Berlin, wenn es zum vorerst letzten Mal heisst: Willkommen zur Vorentscheidung des Jugend kulturell Förderpreis Musical!
Alle Bilder des Vorentscheids in der Diashow:
Fotos: Melanie Grande
Außerdem: Ein am Rande der Veranstaltung aufgenommenes Interview der Kollegen vom “Musical-Club 24″ mit Jury-Mitglied und Stage-Entertainment Casting Director Ralf Schaedler: Klick hier
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Niko Hinz
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Schade, dass es hier kein Video über den Vorentscheid in Essen gibt. Dabei war der Vorentscheid bei weitem besser, als der in München und Hamburg.