Es war ein Abend der Superlative: Im Finale des Jugend kulturell Förderpreises 2011 "A Cappella" standen am Montag, dem 28. November 2011, die fünf besten Newcomer der deutschen A-cappella-Szene in Hamburg auf der Bühne. Und die fünf Siegerensembles aus den öffentlichen Vorentscheidungen in Berlin, Weimar, Stuttgart und Münster waren nicht mit müden Stimmbändern angereist. Nach einer Begrüßung durch Herrn Dr. Weimer, Sprecher des Vorstands der HypoVereinsbank, setzten sie vor 2.000 Zuschauern im ausverkauften "König-der-Löwen-Theater" (Theater im Hafen Hamburg) neue Maßstäbe für die kommende A-cappella-Generation.
Gängige Gassenhauer im typischen Gewand suchte man vergeblich. Die Finalisten Ensemble quartonal, JuiceBox., Sonic Suite, tonalrausch und das Wortart Ensemble boten an diesem Abend facettenreiche, frische neue Ansätze und bewiesen eindrucksvoll, dass das Genre des A-cappella-Gesangs ungebremst und mit großartigen neuen Formationen auch in den nächsten Jahrzehnten von den großen Bühnen nicht wegzudenken sein wird.
Belohnt wurden alle fünf Ensembles bereits am Tag vor dem Finale. Sie konnten die Sachpreise des Wettbewerbs (ein Interviewcoaching, ein Bühnenpräsenzcoaching und ein professionelles Fotoshooting) in Anspruch nehmen.
Bettina Tietjen, die charismatisch durch den Abend führte, zeigte sich von der Leistung der Newcomer und dem Erfolg des Wettbewerbs tief beeindruckt.
Die sechs Sängerinnen und Sänger von JuiceBox. präsentierten mit ihrem Wettbewerbsprogamm den fünf Fachjuroren und den Zuschauern ein Gesamtkunstwerk aus eigenen Songs verschiedenster Stilrichtungen, einzigartigen Stimmen und einer sympatischen Bühnenshow, die die Herzen des Publikums im Sturm eroberte. So konnte die Moderatorin Bettina Tietjen bei der Preisverleihung das Ensemble doppelt nennen: JuiceBox. erhielt sowohl den 1. Preis der Jury als auch den Publikumspreis und kann sich als Sieger des Jugend kulturell Förderpreises 2011 damit über ein Preisgeld von insgesamt 9.000 Euro freuen.
Juror Clemens Tewinkel stellte bei der Verkündung des Juryurteils jedoch noch einmal deutlich heraus, was bereits den ganzen Abend über spürbar gewesen war: Alle Finalisten hatten mit derart eigenständigen Konzepten und hoher Qualität ihren Weg ins Finale gemeistert, dass sich jede Gruppe deutlich aus dem Bewerberfeld heraushob und sich zurecht zu den Spitzenensembles der Szene zählen kann.
Das Ensemble quartonal, das als Lokalmatador angetreten war, brillierte mit klassisch ausgebildeten Stimmen und homogenem Ensemblegesang. Dass klassisches Repertiore dabei nicht spröde und unverdaulich sein muss, bewiesen die vier Sänger aus dem Hamburger Umland mit humorvollen Moderationen und einer Stückauswahl mit Augenzwinkern. So traf das Madrigal "La, la, la, je ne l'ose dire" auf "La Cucaracha". Das Publikum belohnte das Ensemble quartonal mit Beifallstürmen. Zudem wurde das Ensemble mit dem acappellica-Sonderpreis ausgezeichnet. Diesen Sonderpreis hatte die HypoVereinsbank in Kooperation mit acappellica, dem ersten Hamburger A-cappellica-Festival für den Jugend kulturell Förderpreis 2011 "A Cappella" konzipiert.
Die Formation Sonic Suite schlug gekonnt andere Töne an. Mit viel Groove, kraftvollen Stimmen und mitreißender Performance brachten Sie das Zelt am Elbufer gekonnt zum Schwingen und das wetterfeste Hamburger Publikum zum "Regen-Schnipsen".
Tonalrausch vollendete den Bogen über angejazzte Popballaden bis hin zu Volksliedern im neuen Gewand und vereinte außergewöhnliche Arrangements mit fünf wandelbaren und berührenden Stimmen - Gänsehauteffekte inklusive.
Mit dem Wortart Ensemble fanden im Wettbewerbsteil des Abends neben all den Klängen auch gekonnt vertonte Worte ihren Platz. Mit Sinn für feine Nuancen brachten die Fünf einem beeindruckten Publikum zeitgenössische deutsche Lyrik auf ihre eigene unverwechselbare Art und Weise nahe.
Neben den hochkarätigen Wettbewerbsbeiträgen erwartete die Gäste auch ein außergewöhnliches Rahmenprogramm. Das Kulturförderprogramm "Jugend kulturell" der HypoVereinsbank kann 2011 auf 30 Jahre erfolgreiche Arbeit zurückblicken und hatte musikalische Gäste für einen Streifzug durch die vielfältige Förderung geladen.
Schon im Foyer wurde das Publikum vom Hamburger Musik-Comedy-Trio Bidla Buh empfangen, das seit seinen Anfängen durch Jugend kulturell gefördert wurde und bis heute begleitet wird. Auch auf der Bühne präsentierten sie einen gelungenen Spagat aus virtuosem Instrumentenspiel und trockenem Humor, der für mehr als eine Lachträne sorgte.
La Saxa, ebenfalls seit mehreren Jahren gefördert durch Jugend kulturell, sorgte für beschwingte Stimmung im Theatersaal, so dass mancher Gast seine Platzsuche verschob und lieber mit den vier Saxophonistinnen und dem Saxophonisten in den Gängen des Saals in Bewegung blieb.
Der italienische Chor Coro G verlieh dem Programm mit seinem Beitrag gleich zum Auftakt eine internationale Note.
Seinen gelungenen Abschluss fand der Abend im gemeinsamen Song "Time to open the curtain", mit dem sich alle Beteiligten bei einem wunderbaren Publikum bedankten.
In Kürze wird auch eine Videodokumentation des Finalabends auf diesen Seiten veröffentlicht.
Wir gratulieren den Preisträgern und allen Teilnehmern des diesjährigen Jugend kulturell Förderpreises herzlichst für ihre eindrucksvollen Beiträge!
Zudem bedanken wir uns bei all denjenigen, die "Jugend kulturell" ermöglicht und begleitet haben und bei den unvergleichlichen Künstlern, die wir mit unserer Förderung auf ihrem Weg unterstützen konnten und können. Wir freuen uns auf die nächsten 30 Jahre...
Ihr Jugend-kulturell-Team
Fotos: Melanie Grande
Text: Sibylle Hauf



